
Die Geschichte des Raphaels-Werkes
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Das Raphaels-Werk wurde 1871 von Peter Paul Cahensly als >>Verein zum Schutze Katholischer Auswanderer<< gegründet. Namensgeber ist der Erzengel Raphael, der als Schutzengel der Reisenden gilt. Im 19. Jahrhundert verließen jährlich bis zu 250.000 Menschen das Deutsche Reich, um in die USA und nach Kanada, aber auch nach Südamerika und Australien auszuwandern. |
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| Sicherheit und Begleitung auf dem Weg in die neue Heimat Die Arbeit des St. Raphaels-Vereins beruhte auf dem Engagement katholischer Laien. Auswanderer erhielten bereits in ihrer Heimat Informationen über Einwanderungsländer, die ab 1886 in der Vereinszeitung >>St. Raphaels-Blatt<< zusammengestellt wurden. Cahensly setzte sich zudem in der Politik für Auswanderer ein. 1897 verabschiedete der Deutsche Reichstag ein Gesetz über das Auswanderungswesen, welches die Grundlage für das heutige Auswandererschutzgesetz ist. |
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Außerdem bot der St. Raphaels-Verein durch Vertrauensleute in allen großen Häfen und später auch in Beratungsstellen Auswanderern Unterstützung und Begleitung an. Mitglieder des Vereins sorgten für eine Unterkunft vor und nach der Überfahrt, halfen, gute Schiffsplätze zu bekommen und empfingen die Auswanderer in der neuen Heimat.
Geschichte erleben
Exponate aus der Geschichte des Raphaels-Werkes können Sie heute im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven und in der Auswandererwelt BallinStadt in Hamburg anschauen.
7.000 Auswanderer nach Kanada, Australien oder USA recherchierbar
Datenbank des Raphaels-Werkes und des Erzbistums Hamburg jetzt online
In der Auswanderer-Datenbank des Raphaels-Werkes und des Erzbistums Hamburg können fast 7.000 Namen von Menschen, die zwischen 1950 und 1980 mit Hilfe des Raphaels-Werkes ausgewandert sind, online recherchiert werden.
"Im Internet selbst dürfen wir nur Name und Vorname von Personen zeigen. Gegen eine Gebühr von zwölf Euro können Familienangehörige aber den gesamten Datensatz erhalten“, erklärt Martin Colberg, Diözesanarchivar des Erzbistums Hamburg. Im Einzelnen verzeichnet jeder Datensatz beispielsweise Zielland, Herkunftsort, Nationalität, ob ein Flüchtlingsstatus vorgelegen hat oder ob die Person für die Reise Zuschüsse beantragt hat.
Erfasst wurden bisher Personen, deren Nachnamen mit den Buchstaben A bis D beginnen und nach Kanada oder Australien ausgewandert sind, sowie alle über das Raphaels-Werk registrierten Auswanderer nach den USA. Wenn alle Fallakten erfasst sind, können die Daten von etwa 15.000 Personen recherchiert werden. Erreichbar ist die Datenbank im Internet unter www.erzbistum-hamburg.de.
Rund 200 Kartons mit Fallakten des Raphaels-Werkes lagern für die Datenerfassung im Diözesanarchiv.
Entwicklung des Raphaels-Werkes in Zahlen
| 13. September 1871 |
Gründung des St. Raphaels-Vereins zum Schutz katholischer Auswanderer auf dem Katholikentag in Mainz durch Peter Paul Cahensly, Kaufmann aus Limburg. |
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9. Juli 1878 |
Anerkennung durch Papst Leo XIII |
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14. Januar 1887 |
Verabschiedung des neuen Hamburger Auswanderergesetzes |
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1895
1897
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Übernahme der Fürsorge für die in Deutschland lebenden italienischen Saisonarbeiter
Gründung weiterer Raphaels-Vereine in Belgien, Österreich und Italien, Slowenien, Tschechoslowakei, Kroatien und Polen |
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1899 |
Übernahme der religiösen Fürsorge für die katholischen Seeleute |
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1914 |
Geschäftsführung des Vereins von Cahensly an Dr. Lorenz Werthmann, den 1. Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, Übergabe und Verlegung der Hauptgeschäftsstelle von Limburg nach Freiburg | ||
| 1918 | Gründung einer Reichsstelle für das Auswanderungswesen | ||
| 1919 | Bestätigung des Vereins durch die Deutsche Bischofskonferenz | ||
| 1921 |
Einrichtung des Katholischen Auslandssekretariates für Auslandsdeutsche im Raphaels-Verein in Hamburg | ||
| 1921 | Verlegung des Generalsekretariats von Freiburg nach Hamburg, dem >Tor zur Welt<, wegen des erwarteten großen Auswanderungsdrangs | ||
| 1924 | Reichsauswandererschutzgesetz, darin fanden die Beratungsaktivitäten des Vereins und weiterer Auswandererberatungsstellen Berücksichtigung und staatlichen Schutz | ||
| 1926 | Gründung des Raphaels-Heim in Hamburg als katholisches Hospiz für Überseereisende, Stadtbesucher und alleinreisende Damen | ||
| 25. Juni 1941 | Auflösung und Verbot des St. Raphaels-Vereins in Hamburg durch die Gestapo | ||
| 1941 | Schließung der Beratungsstelle in Prag und Internierung der Leiterin im Konzentrationslager Ravensbruck | ||
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1947 |
Wiederaufnahme der Aktivitäten des Vereins und Erneuerung der Bestätigung des Vereins durch die Deutsche Bischofskonferenz Anerkennung des St. Raphaels-Vereins als einzige katholische Organisation für die Betreuung der Wanderer (Migranten) |
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| 1975 | neues Auswandererschutzgesetz der deutschen Bundesregierung | ||
| 1977 |
Änderung des Namens in |
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| 1987 | erneute Bestätigung des Auftrags durch die Deutschen Bischöfe | ||
| 1992 | Mitglied des European Employment Service-Netzwerkes (EURES) der Europäischen Kommission | ||
| 2007 |
bundeszentrale Koordination aller Auswanderungsberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände durch das Raphaels-Werk |
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| 2011 |
140 Jahre Auswandererberatung durch das Raphaels-Werk |
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